Mit genau zwei Spielern drehen sich die Blinds um – und die Hälfte aller erfahrenen Heimrunden macht es falsch. Hier ist die offizielle Regelung, warum es sie gibt und was sich im Duell sonst noch ändert.
Heads-up (TDA-Regel 34-B, und Robert’s Rules stimmt Wort für Wort überein):
Derselbe Spieler ist also gleichzeitig Geber, Small Blind, Erster am Wort preflop und Letzter am Wort auf jeder späteren Street. Nach ein paar Händen fühlt es sich natürlich an; beim ersten Mal denken alle, der Geber schummelt.
Der klassische Heimspiel-Fehler
Dem Button den Big Blind zu geben, „weil der Small Blind immer links vom Button sitzt“. Ab drei Spielern: ja. Zu zweit greift die obige Regel – sonst würde derselbe Spieler auf jeder Street zuerst handeln, und genau das soll die offizielle Regel verhindern.
Probier die naive Variante: Button = Big Blind. Dann handelt der Small Blind preflop zuerst und postflop zuerst – ein Spieler hat auf allen vier Streets das Nachsehen, jede Hand. Die offizielle Anordnung verteilt den Nachteil: Der Button zahlt den kleineren Blind und spricht einmal zuerst (preflop), genießt dafür den Rest der Hand die letzte Aktion. Da der Button zudem jede Hand wechselt, bekommen beide Spieler auf lange Sicht exakt dieselben Bedingungen.
Gegenprobe
„Erste Karte links vom Button“ gilt weiterhin – heads-up ist der einzige Spieler links vom Button nun mal der Big Blind. Die Heads-up-Regeln sind keine Ausnahmen von der normalen Geberlogik; sie sind die normale Logik, angewendet auf zwei Plätze.
Jemand scheidet aus einer Dreierrunde aus – wer hat in der ersten Heads-up-Hand den Button? Das Leitprinzip in beiden großen Regelwerken: Kein Spieler soll den Big Blind zweimal hintereinander zahlen.
Praktisch heißt das: Schau, wer in der letzten Hand den Big Blind gezahlt hat; der Button geht an die Konstellation, in der dieser Spieler ihn nicht erneut zahlt. Der Spieler, der zuletzt den Big Blind hatte, übernimmt den Button.
Entscheidung des Turnierdirektors
Bei unübersichtlichen Mehrfach-Ausscheidungen unterscheiden sich die Räume zwischen „Dead Button“- und „Moving Button“-Konventionen, und die Entscheidung des Turnierdirektors ist endgültig. Das Prinzip „kein doppelter Big Blind“ ist die Konstante, die jede Konvention zu schützen versucht.
Das Setzen im No-Limit und Pot-Limit bleibt völlig unverändert: gleiche Min-Raise-Regel, gleiche All-in-Regeln. Der eine wissenswerte Unterschied betrifft das Fixed-Limit: Die übliche Obergrenze von einer Bet plus drei (oder vier) Raises pro Runde wird heads-up in der Regel aufgehoben – zwei Spieler dürfen sich gegenseitig immer weiter erhöhen, bis einer all-in ist.
Cards speak, die besten fünf aus sieben, identische Blätter teilen – die Blattrangfolge-Seite gilt unverändert.
Zwei Sätze Strategie
Heads-up steigen die Handwerte dramatisch – jedes Paar und jedes Ass ist ein starkes Blatt, denn es gibt nur einen Gegner zu schlagen, und die Blinds treffen dich in jeder einzelnen Hand: Auf Premiumkarten zu warten ist damit selbst ein Verlustplan. Mehr Strategie braucht eine Regelseite nicht.